MalZamZimBots 1989 - Teil 7

Veröffentlicht auf von Nenette

Am nächsten Tag steht eine Nachtfahrt auf dem Programm, es sind einige Autos unterwegs und irgendwie tun mir die Tiere leid. Mein Blitzgerät reicht bei weitem nicht aus und so bringe ich außer einem Foto von einem Hasen kein brauchbares Bild mit. Mir zu glauben, dass wir zwei Leoparden, zwei Löwinnen mit Jungen ind eine Ginsterkatze gesehen haben, steht jedem frei.Tsetsefliegen scheinen nicht zu schlafen.

Tagsüber verteilen sich die Autos im Park und man fühlt sich wie ein echter Tierforscher, der einsam sein Revier durchforstet.
Es gibt ausgefallene Tiere und Tiere mit ausgefallenen Gewohnheiten.

Das seltenste Tier ist das Phacochoerus africanus sixtalegus corpuslongus, das im deutschen den unaussprechlichen Namen sechsgliedriges Langkorpuswarzenschwein trägt. Man vermutet, dass das dritte Beinpaar zum Stützen des überlangen Körpers dient.



Ein ebenfalls seltenes und eher scheues Tier ist die Schirrantilope (Bushbock). Wir treffen bei bereits tiefstehender Sonne auf eine ganze Familie, die sich bei unserem Anblick sofort in den Busch zurückzieht
.


An so manchem Tümpel ist es sicher keine Freude, ein Frosch oder ein Fisch zu sein.



Die ganz normalen Warzenschweine haben es sich in Luangwa zur Aufgabe gemacht, als Verkehrslotse für den notwendigen Abstand zu Büffelherden zu sorgen. In Anbetracht der großen Büffelherden und der fehlenden Zebrastreifen ist dies ein sehr löbliches Unterfangen. Siehe vorne rechts im Schatten:



Apropros Zebrastreifen! Die Zebras reagieren viel gelassener als die Buschböcke auf unsere Anwesenheit. Es fällt auf, dass die Zebras, anders als in Botswana, dunkler gestreift sind, es gibt keinen helleren Zwischenstreifen. Sie erinnern an die Zebras in Kenya.





Riedbock oder Moorantilopen, ich bin mir nicht sicher.: Wir haben beide gesehen.





Diese Giraffe hat sich freundlicherweise vor einen Leberwurstbaum gestellt.


Die Elefanten sind längst nicht so groß und gut genährt wie die Elefanten Botswanas.
Sie lassen sich auch sehr leicht von uns stören.







An einem Morgen fahren wir in eine Krokodilfarm. Hier wird Krokodilleder „gezüchtet“. Ich beschließe, dass ich keine Kroko-Handtasche brauche, schon gar nicht mit Zähnen!



Auf dem Rückweg machen wir in einem Dorf halt, wo afrikanische und europäische Läuse ausgetauscht werden . Doch die Kinder sehen unterernährt aus.



Dann wird mit dem Dorfchef um zwei Hühner verhandelt. Während das erste Huhn sich ohne Aufwand einfangen lässt, ahnt das zweite Huhn, was ihm blüht und ergibt sich erst, nachdem die Dorfjugend eine johlende Jagd veranstaltet.

Auf der Rückfahrt im Auto gelignt es ihm erneut, sich zu befreien, und gackert hektisch unter den Sitzen herum, wird dann aber von Klaus mit festem Griff gepackt und kann keine weitere Aufregung verursachen.

An diesem Abend gibt es in der Lodge Brathähnchen!


Ein letzter Gruß von unserer Hyäne, wir verlassen die Gnus, Wasserböcke, Moorantilopen, Zebras, Elefanten, Riedböcke, Gnus, usw. usw. es geht nach Lusaka.



Ich will diesen langen Weg nutzen, um ein wenig von den Zambischen Straßen zu zeigen.
Die Straßen verlaufen sehr oft sehr gerade, mal geht es über Brücken, ein paar Hütten im Busch, immer geradeaus zum Horizont.



Man trifft ab und zu auf ein Dorf, wie hier an diesem Brunnen.


Die Landschaft ist beeindruckend schön und wild.



Man vermutet kaum eine Menschenseele in dieser Wildnis. Doch dann taucht unvermutet immer wieder dieses Bild auf.



Ich habe nie so richtig verstanden, wer diese Betten kauft, aber es scheint ein lukratives Geschäft zu sein.
Kaum hat man die Möbelgeschäfte hinter sich gelassen, geht es weiter wie vorher.



Die Nacht verbringen wir in Kacholola..

Es ist der 9.November 1989 . Ein besonderer Tag?

Ja, denn Matthias überredet uns an der Bar, einen örtlichen Limonadentrunk zu probieren, garantiert alkoholfrei. Er selbst bleibt bei der Malaria-Prophylaxe Gin Tonic.
Man serviert uns ein knallrotes götterspeisenfarbenes Getränk. Es schmeckt nicht schlecht, doch ein Blick auf Matthias' verschmitztes Grinsen zeigt schon, dass dieses Getränk einen Haken hat. Und in der Tat färbt sich unser Mund knatscherot, genau wie die Farbe des Getränks. Und da die wenigsten Menschen mit spitzen Mund trinken, verteilt sich die Farbe breit über die Mundwinkel hinaus. Ein seltener Anblick! Erst eine gründliche Zahn- und Gesichtsreinigung befreit mich von dieser ungewöhnlichen Farbgebung.

Veröffentlicht in Malawi Zambia 1989

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